Hongkong muss man erleben
Wer früher einmal
Hongkong besucht hat erinnert sich noch an die unglaubliche
Anflugschneiße zwischen den Hochhäusern.
Der neue Airport
ist einer der modernsten – 80% davon wurde aufgeschüttet dem
Meer entrissen und die alten Landebahnen werden zum Anlegehafen
für große Kreuzfahrtschiffe ausgebaut.
Als 1843 Hongkong
Kronkolonie wurde ahnten die Briten nicht, dass ihre neue
Kolonie wirtschaftlicher erfolgreicher sein wird als das
Mutterland. Ein kahler Felsen war damals Hongkong Island und
nach dem 2. Opiumkrieg 1856 – 1860 verloren die Chinesen auch
das Gebiet des heutigen Stadtteils Kowloon.
Die heutige
Sonderverwaltungszone teilt sich in das südliche Hongkong
Island, das nördliche Kowloon, das zum Festland gehört und das
angrenzende New Territories. Hongkongs Umland ist spektakulär:
40% ist Naturschutzgebiet und 234 Inseln haben feinsandige
Strände und romantische Küsten. Lantau ist die größte Hauptinsel
mit einem neuen Disneyland.
Heute fasziniert
Hongkong Touristen und Einheimische gleichermaßen mit seiner
Skyline die so spektakulär ist, wie kaum auf der Welt. Die 7
Mio. Metropole hat spektakuläre Bauten und Hochhäuser, alte
werden abgerissen und neue noch höher gebaut. Dabei sieht man
immer noch die alte Bauweise, wo Bambusgerüste von Hand zusammen
geknotet mit jeder Etage in die Höhe wachsen. Für Bauarbeiter
ein akrobatischer Balanceakt, aber billiger und doppelt so
schnell.
Was Hongkong so
besonders macht, kann man kaum erklären. Am besten man fährt mit
der Trambahn auf den Viktoria Peak, wo man von der Terrasse des
Peak Tower über ein Meer von Wolkenkratzern blickt. Nirgends
glänzt und leuchtet die Skyline schöner und nachts ein
Lichtermeer rund um den Viktoria Harbour. Die alte grün weiße
Star Ferry fährt immer noch, obwohl inzwischen drei Tunnel und
Schienen unter dem Hafenbecken verlaufen.
Sogar die
altersschwache doppelstöckige Straßenbahn durchquert immer noch
Hongkong Island von Ost nach West und retour. Als Tourist sollte
man unbedingt einen Sitz am Oberdeck einnehmen.
Hongkong steht
heute im Wettstreit mit den höchsten Gebäuden der Welt und bei
den Grundstückspreisen kann man entweder aufschütten oder in die
Höhe bauen. Sind heute noch das Internationale Finance Centre 2,
das alles übertrifft oder der Central Plaza Tower und der Turm
der Bank of China die höchsten Gebäude, so wird es schon bald
das halbfertige, ein über 100 Etagen Bürogebäude alles
übertreffen, das ab der 60. Etage das höchste Ritz Hotel
beherbergen wird. Übrigens war eines der teuersten Bauten
Hongkongs das Convention & Exhibition Centre – ein hochmodernes
Kongresszentrum mit den größten Glasfassaden der Welt.
Was man nicht
versäumen darf und wo die High Society zu Hause ist, ist ein
Besuch des noblen, traditionsreichsten Hotels Peninsula –
vielleicht auf einen Nachmittagstee. Auch nach 75 Jahren immer
noch Hongkongs erste Adresse.
Auch ein Besuch im Harbour Plaza Hotel mit seiner riesigen
Glasfront lohnt sich, denn von der Lobby hat man einen
herrlichen Panoramablick auf Hongkongs Skyline. Sehr
beeindruckend auch der Freiluftpool im 7. Stock.
Wer an Shopping
denkt, muss sich natürlich in die Natan Road ins Menschengewühl
stürzen, sie ist die Golden Mile von Hongkong mit 3,5km Länge.
Wer Kuriositäten Liebhaber ist geht auf Hongkong Island in die
Hollywood Road. Hier mischt sich Lifestyle mit dem wirklichen
Leben. Die Gegend ist hip - auch für Nachtschwärmer und täglich
gleiten 50 000 Menschen über die längste Rolltreppe der Welt.
Hongkonger lieben
das Essen und gehen kaum alleine ins Restaurant. Sie essen alles
was vier Beine hat, was kriecht, fliegt und schwimmt…für uns
eine kulinarische Mutprobe! Für einen „Hongkong Neuling“
empfehle ich eher das schwimmende Jumbo Restaurant in Aberdeen
zu besuchen.
Hongkonger sind
auch Lebenskünstler – Reich sein ist ehrenhaft, denn Geld ist
gleich Macht und die Aufgabe der Frauen ist Reichtum ihres
Ehemannes zu illustrieren. Ebenso wichtig für Reiche und
Einflussreiche sind Pferderennen in Happy Valley. Auch Touristen
können als Gäste des Jockey Clubs an Rennen teilnehmen und
mitwetten.
Bemerkenswert, für
das große China ist, dass Hongkong die Olympiade im neu erbauten
Reiterstadium ausrichten wird.
Kein Wunder, dass
so viele Chinesen davon träumen Hongkong zu sehen und trotz
Visapflicht von Peking gerne 30 Stunden Zugfahrt im überfüllten
Abteil auf sich nehmen. Sie kennen den Sonderstatus, denn China
garantiert das Fortbestehen des Hongkonger Gesellschafts- – und
Wirtschaftssystem bis 2047.
Ein hoher Grad an
Autonomie, innenpolitisch selbstständig doch Außenpolitik und
Oberbürgermeister wurden von China bestellt.
So gehen die Jahre
dahin und von den 50 Jahren sind bis 2047 nur mehr 39 übrig!!
Mit den Jahren sind auch die Münzen mit der britischen Königin
verschwunden und die roten Briefkästen mit grüner Farbe
übermalt.
Hongkong hat
Energie im Übermaß, und die Menschen sind freiheitsliebend und
flexibel. Hongkong würde ich immer wieder gerne besuchen!
Bericht von Komm.
Rat Hilmar Pastner |