Bericht

 

Kreuzfahrt

Eine Reise wie aus 1001 Nacht

 

Unser Reiseprofi Angelika Pastner-Pirker berichtet diesmal von den Höhepunkten einer Reise um die arabische Halbinsel als Passagier auf der MS Deutschland.
Lieber Leser – wenn Sie reiselustig sind, entdecken Sie bitte mit mir ein wunderschönes Reiseland, das vielleicht auch künftig auf Ihren Reiseplänen steht.

Im Hafen von Aqaba stehen zwei Traumschiffe nebeneinander, die MS Deutschland und die Silver Sea Whisper. Wir haben natürlich das Traumschiff gebucht und wir werden mit Musik und Champagner empfangen und die Crew heißt uns herzlich willkommen.

Was uns erwartet ist ein klassisches Grand Hotel zur See, mit großer Tradition, mit einem Komfort eines 5-Sterne-Superior-Hotels, mit höchsten Sicherheitsstandarts und Technik.
Wir lernen auch Kapitän Ralf Zander kennen, einen erfahrenen, interessanten Mann, der auf vielen berühmten Schiffen schon zur See fuhr und 73 mal die Antarktis befahren hat. Er erzählte uns auch, dass die MS Deutschland aus 35 Schiffen zum Schiff des Jahres 2008 gewählt wurde.

An Bord geht man natürlich auf Entdeckungsreise und eine Seenotrettungsübung ist Pflicht. Wer kennt nicht die Fernsehsendungen mit dem Traumschiff und auch unsere Reise wurde ein unvergessliches Erlebnis.

Bevor es aber am nächsten Tag losgeht werden wir Jordaniens weltberühmte Felsenstadt Petra besuchen. Die rosarote Stadt, heute Weltkulturerbe, ist das Vermächtnis der Nabatäer, eines Volksstammes, der vor mehr als 2000 Jahren in Jordanien angesiedelt war. Knapp eine halbe Stunde dauert der Fußweg durch den Siq – eine nur wenige Meter breite Schlucht bis man plötzlich vor dem berühmten Schatzhaus des Pharaos, dem gewaltigen Grabtempel eines Königs steht. Weiter unten in der sich erweiternden Schlucht sehen wir mächtige Königsgräber am Felsabhang und ein Theater, das mehreren tausend Zuschauern Platz bot. Ein Bau, der auf König Aretas IV zurückgeht, der den Thron im Jahre 900 v. Chr. bestieg. Unter diesem Herrscher erreichte Petra seine höchste Machtentfaltung.

Zurück geht es durch eine reizvolle Landschaft den Königsweg entlang, heute Wüstenhighway, nach Aqaba und es erwartet uns im Salon Lilly Marleen die „Cocktail Time“ und danach kulinarische Genüsse im Restaurant Berlin.
Wer noch nicht müde ist geht zum Alten Fritz oder genießt im Kaisersaal bekannte Melodien aus Operette und Musical.

Nach einer ruhigen Bordnacht im Hafen von Aqaba entscheiden wir uns am nächsten Tag für einen Ausflug in die grandiose Wüstenlandschaft Jordaniens ins Wadi Rum, dem Wüstental der Beduinen. Wir fahren mit dem Jeep durch braunrote zerklüftete und zerissene Gebirgszüge, wo auch der Film „Lawrence von Arabien“ entstand.

Tolle Eindrücke und den roten Sand in unseren Schuhen nehmen wir mit aufs Schiff und wir freuen uns auf die folgenden Seetage. Die bekannte Traumschiffmusik setzt jedes Mal ein, wenn wir einen Hafen verlassen und an Deck finden sich zum Abschied fast alle Gäste ein. Auf der anderen Seite von Aqaba sieht man im Lichtermeer Elat und wir können die geschlossenen Grenzen nicht verstehen!

Am nächsten Morgen erreichen wir den Hafen von Safaga und wer noch nicht das Tal der Könige besucht hat macht diesen Ägypten Ausflug im Konvoi bis Luxor.

Wir genießen die Sonne an Deck und alle Bordeinrichtungen, die wir diesmal fast alleine für uns haben, zum Beispiel finnische Sauna mit Meerblick und viele Wellnessangebote. Abend haben wir uns für das Spezialitätenrestaurant „Vierjahreszeiten“ entschieden, wo uns der freundliche David aus Österreich empfängt. Gaumenfreuden der 60 Meisterköche an Bord verwöhnen uns jeden Tag im Restaurant „Berlin“, in den „Vierjahreszeiten“, am Buffet im „Lido Gourmet“ oder bei schönem Wetter auf dem Sonnendeck am „Lido Grill“.

Nachtschwärmer finden nach fröhlicher Geselligkeit immer noch einen Mitternachtssnack oder Würstchen mit Bier im „Alten Fritz“.

Der nächste Tag beginnt mit einem druckfrischen Programm und Zeitungsberichten und wir gehen nach reichhaltigem Frühstück am Sonnendeck zu einem der vielen Lektorenvorträge, um uns auf Sanaà in Jemen vorzubereiten.
Am Abend trifft man sich beim obligatorischen Kapitänscocktail, die Gäste werden persönlich begrüßt und der Galaabend klingt mit einer Show festlich aus.

Am Morgen schaffen wir mit dem Fitnesstrainer eine Seemeile rund ums Deck und unsere Damen einen Kochkurs mit Frau Spieker von der Zeitschrift „Essen und Trinken“. 

So erreichen wir nach ausgefüllten Seetagen Hodeidah und unser zweitägiger Jemenausflug beginnt mit einem Flug nach Sanaà. Unser Ausflug führt zunächst ins Gebirge nach Thula. Der steinummauerte Ort am Fuße eines steilen Felsens ist Musterbeispiel arabischer Architektur mit Zisternen, Moschee und Natursteinhäusern.

Unser nächstes Ziel ist Kawkaban. Von diesem Hochplateau haben wir einen herrlichen Ausblick auf die umliegenden Täler.

Das Land der Königin von Saba hat heute 21,5 Mio. geschätzte Bevölkerung und gehört ausnahmslos dem Islam an. Es hat streng gehüteten Traditionalismus. Frauen tragen einen körperverhüllenden schwarzen Shaider, jemitische Männer oft eine Futa (Rock) und sind besonders stolz auf ihren Krumdolch. Er ist Symbol der Männlichkeit, sowie das übliche Katkauen. Blätter werden gekaut und in der Backentasche ausgesaugt. Bei diesem Ritual ruht nahezu jegliche Tätigkeit und man sieht überall Kauende mit dicken Backen, wodurch viele ihre Gesichtsform verändert haben.

Sanaà ist mit 1,5 Mio. die größte Stadt und auch die Hauptstadt des Jemen. Obwohl die Stadt auf 2300 Höhenmetern liegt ist sie keine Gebirgsstadt. Doch ihre ockerfarbenen Lehmziegel- Hochhäuser mit kunstvollem Alabaster und Stuckverziehrungen an Fenstern gehören zu den größten Sehenswürdigkeiten der Erde. Kein Wunder, dass die UNESCO 1984 die märchenhafte Architektur unter ihre Obhut stellte.

Die Medina ist eine der größten vollständig erhaltenen, ummauerten Städte in der arabischen Welt und wenn man zwischen den Turmhäusern den Stadtburgen, Suks und Badhäusern umherbummelt, freut sich des Fotografen Herz.

Am zweiten Tag fahren wir ins Wadi Dar – ein fruchtbares Tal mit Terrassenfeldern und Wohntürmern. Am berühmtesten ist der Felsenpalast der Imane, der hoch über das Tal ragt.

Zurück in Sanaà bummeln wir noch durch die labyrinthartigen Gassen der Altstadt. Hier ist der alte Orient lebendig und sind beeindruckt vom oberen Dachgeschoß eines Lehmbauhotels über die märchenhaften Häuser zu blicken.

Gegen Mittag fahren wir zum Flughafen und fliegen nach Aden, wo wir wieder an Bord von MS Deutschland gehen.

Ein nächster Seetag tut der Seele gut und wir genießen süße Musestunden im Liegestuhl, die azurblaue See und das sagenhafte Rauschen des Meeres.
Vor unserer Abendtischzeit flanieren wir in den Kolonaden auf Deck 7, wo Bordeinkäufe möglich sind und genießen das nostalgische Ambiente.
Das heutige Menü wird vom Sterne Koch Heinz Winkler gestaltet – es war hervorragend, auch optisch. 

Oman, unser nächstes Ziel, ist das Land des edelsten Weihrauchs und in Salalah bieten uns Weihrauchhändler ihre Waren an. Der hellgelbe ist der Beste – der dunklere riecht nicht so toll und hält unerwünschte Gäste fern.

Wir fahren durch fruchtbare Landstriche und besuchen das Grab des Propheten Nabi Ayoub.
In Oman fühlen sich europäische Besucher am wohlsten, weil sich hier kulturelles Erbe, moderne Infrastruktur und arabische Lebensweise auf sehr angenehme Art verbindet.
1970 entthronte Qaboos bin Said seinen Vater und nennt das Land fortan Sultanat Oman. Der Krieg in Dhofar endet 1976 und der Staat investierte kräftig in die Entwicklung. Der Sultan ist sehr beliebt, er ist absoluter Herrscher und führt sein Land vorsichtig in die neue Zeit.
Muskat ist heute eine moderne, saubere Metropole mit Hochhäusern und Hotelanlagen. Alte indische Kaufmannshäuser und Paläste wurden abgerissen um Platz für neue repräsentative Regierungsgebäude zu schaffen.

Ein Ausflug nach Nizwa mit seinen Fort aus dem 17. Jhd. lohnt sich und auch der Imanpalast in Jabrin, einer der schönsten in Oman, erzählt die Geschichte vom „Goldenen Käfig“.
An der Ostküste mit seinen schönen Stränden liegt das Fürstentum Fujairah, die Festung aus dem Jahre 1670 beherbergt heute ein Museum, aber Symbolstatus der Stadt ist heute das Hotel Fujairah Hilton. 

Nach einem letzten Galaabend mit traditionellem Lichteraufmarsch der Köche stimmt uns der Abend doch etwas traurig. Nachts fährt unser Schiff durch die Straße von Hormus in den persischen Golf und wir legen noch für zwei Nächte im Hafen von Dubai an.

Dubai gleicht heute einer futuristischen Fata Morgana aus der Wunderlampe Aladins: Weltstadt in der Wüste, Moscheen und Boulevards schwelgen in Luxus und das geschäftige Treiben im Goldsouk muss man gesehen haben.

Abends erstrahlt Dubai im Flutlicht – das höchste World Trade Center Arabiens – die größte König Faisal Moschee, das teuerste Hotel Burj Al Arab – die größte Hallenskiarena, die größte von Menschen geschaffene Marina und die meisten Baukräne auf der Welt.
Die aufgeschüttete Palme Jumeirah ist nach fünf Jahren noch nicht fertig, doch es gibt weitere Pläne wie die Weltkarte und eine zweite größere Palme, die man aufschütten wird.

Wir pusten die Wunderlampe Aladins aus und verabschieden uns wehmütig von den Schönheiten Arabiens.

 

   

 

 

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