Bericht

 

Sri Lanka

SternStunden
auf der Insel der Leutseligen

Auf Sri Lanka gedeiht so ziemlich alles.
Von der Ananas bis zur Zimtrinde.
Und wer Reichtum nicht mit Geld verwechselt,
ist reif für die Insel.

Von Elisabeth Peutz. 

Arbeitselefanten haben's gut. Spätestens um 13.30 ist für sie Feierabend. Darüber wacht die Polizei. Vorausgesetzt, der Dienstort der Dickhäuter befindet sich auf Sri Lanka. Denn auf der großteils buddhistisch inspirierten Insel sind die Tiere heilig. Von Kindesbeinen an, weshalb sich ein staatliches Elefantenweisenhaus in Pinnawela um verlassene Jungtiere kümmert. Auch wenn sie älter werden. Keineswegs nur – aber auch – zur Freude der Touristen. Denn wer streichelt nicht gern so ein Rüsseltier mit Babyborsten. Und wer sieht den rauen Riesen nicht gern beim Baden zu. Beim Spiel im Fluss.
Auch Astrologen haben's gut auf Sri Lanka. Wenige Arbeitsplätze sind sicherer als die der Sterndeuter mit Universitätsabschluss. Sie begleiten die derzeit 19 Millionen Inselbewohner durchs Leben. Nach der Geburt eines Kindes gibt der Astrologe die Buchstaben für den Namen vor. Das Horoskop wird auf Papyrus vermerkt und dient dann vor jedem wichtigen Ereignis zur Berechnung von Glückszeit oder Erfolgsaussicht. Das, obwohl die wenigen Christen die Sterndeuterei für Aberglauben halten. Ebenso die Buddhisten, die die Insel präg(t)en: Nachbarschaft ist auf Sri Lanka ein hohes Gut. Die Menschen schenken, was sie zu geben haben. Sei es „nur“ ein Lächeln. (Streunende) Tiere töten sie nicht. Sie haben zahllose Dagobas, Tempel und Buddha-Statuen errichtet. Sie meditieren, opfern Lotusblüten. 

Autofahrer haben's nicht allzu gut auf Sri Lanka. Denn die Straßen sind holprig und „gefahren wird, wo Platz ist“. Passiert ein Unfall, so laufen die Anrainer zusammen, halten das nächste Fahrzeug auf – und fackeln es ab, wenn sich der Lenker weigert, Verletzte in eine Klinik zu bringen. Gefahren wird links, ein Relikt aus der Kolonialzeit, die 450 Jahre lang währte. Portugiesen, Holländer, zuletzt die Briten dominierten die Insel. Erst 1948 wurde Ceylon zum unabhängigen Sri Lanka. 

Apropos Ceylon: Im Grunde haben die Briten die Insel zum Teeparadies gemacht. Denn als sie Ende es 18. Jhs. die Macht übernahmen, wurde dort vor allem Kaffee angebaut. Ein Schädling hatte sich aber gerade vernichtend durch die Plantagen gefressen. Da gaben die Briten die Order zum Teeanbau. 

Hobby-Botaniker finden ein Paradies auf Sri Lanka. In der roten Erde des tropischen Inselreichs gedeiht vieles: Gewürze wie Zimt und Nelken, Vanille, Koriander und Pfeffer, Piment und vor allem Chili. Bananen, Ananas, Papayas, Passionsfrüchte, Reis, Reis, Reis. Und 45 Millionen Kokospalmen, deren Bestandteile von der Frucht über die Schale bis zum Stamm und den Blättern verwertet wird. Und unter Tag lagern Bodenschätze. Edelsteine vor allem. Wie so vieles dort, wo man auch Bananenschalen und -blüten zubereitet. Gekocht wird im Tontopf, gewürzt mit einer Portion Chili, die zart Besaitete Feuer speien und zu maßlosen Reisfressern werden lässt. Während Einheimische den Kopf schütteln und nachpfeffern. Einen halben Kilo Chili konsumiert eine fünfköpfige Familie pro Monat.
Beim Einkommen schöpfen die Menschen keineswegs aus dem Vollen. Aber Sri Lanka-Touristen sind dennoch oft kurzsichtig: „Es ist so schrecklich, wenn man die ganze Armut sieht“, sprach eine Linzerin und zog sich ins Fünfstern-Hotel am Palmenstrand zurück. Ohne zu erkennen, welchen Reichtum die Armen in sich tragen. Wie zufrieden und gelassen sie wirken. Wie satt, ohne angespeist zu sein wie mancher fette Europäer oder Amerikaner. 

Sri Lanka wurde jahrhunderte lang von Kolonialherren ausgebeutet. Großmächte versuchen das jetzt. Aufgrund wirtschaftlicher und politischer Interessen wurde einst Hass gesät und Krieg gestiftet zwischen der Mehrheit der Singhalesen und der tamilischen Minderheit im Norden. Mit Hilfe europäischer Vermittler wird nun allerdings ernsthaft über den Frieden verhandelt. Und die Bewohner Sri Lankas sind optimistisch wie lange nicht.
Während sich aber manche fragen, warum jetzt – „mit Mitteln von außen“ – eine Autobahn von Norden nach Süden, eine von Osten nach Westen und eine von Colombo zum Flughafen gebaut werden. Und warum sie Phosphate im Westen der Insel hergeben sollen. „Uns bleiben dann die Löcher“, sagt ein Einheimischer. Der aber weiß, wie man unendliche Fülle aus der Leere schöpft. 

Erlebnis Sri Lanka
Die Insel im Indischen Ozean eignet sich zwar bestens zum Faulenzen am südlichen Palmenstrand und zum (Wellen-)Bad im warmen Wasser. Mehr als Meer bietet eine Rundreise. Teeplantagen im Hochland sind grün, grün, grün. Und zwischendrin erinnern die einstigen Herrschaftshäuser an die britische Kolonialzeit. Kandy – einst Inselhauptstadt und Königreich – blieb der Stolz vieler.
Auch wegen des Tempels in dem ein Zahn Buddhas liegen soll. Auch wegen des Botanischen Gartens. Pinnawela lockt Touristen wie Einheimische ins Elefantenwaisenhaus. Dambulla ist sehenswert wegen des Höhlenklosters auf halber Höhe eines Felses. Wandmalereien und teils riesige Buddhastatuen sind in den Felshöhlen zu besichtigen. Affenscharen warten draußen auf Futter. Sigiriya bietet Ein- und Ausblicke. Besteigt man (über Treppen) einen Felsen, so erreicht man Kasyapas Wolkenpalast, und sieht von oben ein Panorama sondergleichen.
Polonnaruwa gibt mit umfassenden Ausgrabungen eine Ahnung von der Kulturgeschichte. Besonders eindrucksvoll: Der liegende Buddha. 

Nähere Informationen und persönliche Beratung erhalten Sie in einem ÖVT-Reisebüro Ihrer Wahl.

 

     

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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